Freitag, 1. Juni 2012

Des Schweigens Ende

Solangsam erwache ich wieder.

Die letzten Monate kamen mir streckenweise wie ein böser Traum vor. Zugleich wie der schönste Traum meines Lebens. Bizarr, aber beide Seiten waren stark vertreten. Auf die Gefahr hin, doch mehr internes als äußerliches zu schreiben, möchte ich ein zwei Sätze loswerden. Es ist wichtig für mich und wohin soll ich damit?

Trennungen sind nie leicht. Hier im mehrfachen Sinne nicht. Mein ehemaliger Partner war total fertig. Ich hab ihn versucht aufzufangen und dabei Grenzen aufzuzeigen, was unheimlich an meiner Kraft gezogen hat. Zumal, ja. *seufzt*. Nennen wir es beim Namen: Gewalt, psychisch und körperlich und massives Manipulieren an der Tagesordnung waren. Mir ist das erst gestern wieder aufgefallen, als ich ihn kurz gesehen habe. Er ballte mitten im normalen Gespräch die Faust. Nicht schön. Blieb aber ruhig. Zumal ich ihn was gefragt habe und erstmal minutenlanges schweigen war. Er müsse denken.

In den letzten Monaten habe ich ständig meine Erinnerung der Realität hinterher gepatched. Ich dachte immer, ich sei das Problem. Dabei bin ich eine durchaus selbstbewusste Frau. Aber dieser Mann hat mir psychisch überhaupt nicht gut getan. Klar, ich versuche ein besserer Mensch zu sein als ich bin, das ist eines meiner wichtigsten Grundprinzipien. Aber der Preis war zu hoch. Es ist einfach zuviel passiert. Trotzdem hat er mich teilweise noch immer in der Hand. Wir haben ein Haus zusammen (was er unglaublich vernachlässigt) und wir haben eine kleine Firma zusammen, in der nur wir beide arbeiten. Und er hat mich emotional in der Hand, weil ich sehr ausgleichend handele. Meistens zu meinen Lasten. Es hat viel Kraft gekostet. Und viel Angst verursacht. Er weiß nicht wo ich bin. Und das ist vermutlich auch gut so. Vielleicht sollte ich irgendwann die ganze Gesichte erzählen. Vielleicht, irgendwann....

Inmitten der Finsternis der letzten Monate hat sich ein wunderschöner Lichtblick immer mehr und mehr in mein Leben geschlichen. Mein einer Mitbewohner :). Im Grunde haben wir nach wenigen Tagen gemerkt, wie ähnlich wir uns in den Philosophien und Erlebnissen bzw. Rückschlüssen aus den Erlebnissen sind. Und wie sehr wir uns anziehen. Einige Tage haben wir uns massiv dagegen gewehrt. Als ich hier her kam, war ich total am Ende. Die Nacht als ich gepackt habe, habe ich zitternd und heulend verbracht. Morgens, als ich das Auto packte, hab ich mir meine Finger vor Kälte fast erfroren und hab es vor Panik nicht bemerkt. Trotz allem war ich äußerlich ruhig und habe keine 2 Tage später gearbeitet um meinen Kunden zu zeigen: ich bin noch für euch da. Zumal ich nur mit 150 EUR weggegangen bin und keine Staatshilfe beanspruchen wollte. Er hat gemerkt wie es mir ging und hat mich aufgefangen. Trotzdem wehrten wir uns, weil der Zeitpunkt einfach nicht richtig schien. Zumal beide keine Beziehungen mehr wollten. Nie wieder Kompromisse. Tja, was soll ich sagen. Unsere Körper waren anderer Ansicht und spielten lustige Spielchen miteinander. Nun sind wir seit fast 4 Monate zusammen und es fühlt sich zum ersten Mal an wie eine richtige Beziehung. Wir sind füreinander da, vertrauen uns, reden miteinander (!) und geben uns Kontra, wenn was nicht passt. Nicht laut, aber sehr intensiv. Es ist wunderwunderwunderschön. Mein ehemaliger Partner hat auch eine Partnerin. Worüber ich froh bin. Ehrlich.

Nun schreibe ich doch soviel :). Herrjeh. Ich hab mich selbst fast völlig vergessen. Wisst ihr? Mittlerweile legt es sich, aber es war streckenweise ein Nervenkampf. Und ich hab mir kaum Ruhe und Regeneration gegönnt. Das einzige was ich genäht habe, war eine Robe. Und abnehmen .. erm ja. :D Ich hatte aber einen dreiviertels bezahlten Urlaub, den ich kürzlich komplett bezahlt habe und die Zeit rennt! Noch 19 Tage. Heute und morgen wird noch stressig (Stichwort Forenkater und MaDay) aber dann wird wieder genäht.

2 Kommentare:

  1. Ich finde dich und deinen Weg sehr mutig und stark. Und ich wünsche dir alles Gute und dass du dir das bewahrst, was dich genau so ausmacht! :D

    LG
    Kate

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    1. ... manchmal weiß ich nicht ob es Dummheit oder Mut ist ...

      dh eigentlich schon, aber an manchen Tagen zweifel ich ob ich genug Kraft habe. Von daher einen besonderen Dank an deinen Segen.

      Ich wünsche dir Liebe und Vertrauen deine Wege zu gehen.

      Liebe Grüße :)

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